Chronik

Zu den Jahrestagen der Vereinigung, die auch Nationalfeiertag sind, kommt es seit 1990 immer wieder zu Gewalttaten gegen Linke, Migrant:innen, Schwarze Menschen und Homosexuelle. Besonders viele sind vor allem für das Jahr 1991, dem ersten Jahrestag, und das Jahr 2015, dem Jahr der großen Fluchtbewegung, zu verzeichnen.

In der „Chronik“ erfassen wir alle von uns ermittelten Vorfälle. Schickt uns gern Hinweise und Ergänzungen.

2.10.90
Zerbst/Anhalt
200 Neonazis und Rechte belagern über zwei Stunden das besetzte Haus und zünden es an. Die 17 Hausbesetzer:innen werden in letzter Minute von der Feuerwehr gerettet.
https://zweiteroktober90.de/angriffe/

2.10.90
Weimar
150 Neonazis und Rechte überfallen das besetzte Haus in der Gerberstraße. Nach einer Stunde Kampf mit den Hausbesetzer:inenn werden sie von der Polizei vertrieben.
https://zweiteroktober90.de/weimar/

2.10.90
Leipzig
In Leipzig randalieren am Abend des 2. Oktober 1990 ca. 150 Neonazis in der Innenstadt, darunter auch Mitglieder der „Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front“ (GdNF) aus Franken. Sie überfallen Passant:innen und greifen später das soziokulturelle Zentrum „Die Villa“ an.
https://zweiteroktober90.de/leipzig/

2.10.90
Magdeburg
Über 70 Neonazis randalieren in der Nacht vom 2. zum 3. Oktober 1990 in der Innenstadt. Später wird unter Zuspruch der Anwohner:innen ein Wohnheim vietnamesischer Vertragsarbeiter:innen im Stadtteil Olvenstedt angegriffen.
https://zweiteroktober90.de/magdeburg/

2.10.90
Eisenach
Etwa 100 Rechte greifen unter Beteiligung der Anwohner:innen das Heim der mosambikanischen Arbeiter:innen an. Sie belagern das Heim auch in den Folgetagen, bis es von der Stadt evakuiert wird.
https://zweiteroktober90.de/eisenach/

2.10.90
Guben
In der Nacht zum 3. Oktober 1990 kurz nach Mitternacht greifen ca. 80 Neonazis und Rechte ein Wohnheim mosambikanischer Vertragsarbeiter:innen an.
https://zweiteroktober90.de/guben/

2.10.90
Erfurt
50 Neonazis greifen gegen Mitternacht das Autonome Jugendzentrum in der Gotthardtstraße an. Das Nebenhaus fängt Feuer und muss von der Feuerwehr gelöscht werden.
https://zweiteroktober90.de/erfurt/

2.10.90
Hoyerswerda
50 Neonazis greifen in der Nacht zum 3. Oktober zweimal das Wohnheim der mosambikanischen Vertragsarbeiter:innen an. Nach Festnahmen durch die Polizei liefern sich die Neonazis vor der Polizeiwache Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften.
https://zweiteroktober90.de/hoyerswerda/

2.10.90
Halle/Saale
Mindestens 15 Neonazis greifen in der Nacht zum 3. Oktober dreimal das Reformhaus an und verwüsten dabei das „Café Nö“.
https://zweiteroktober90.de/halle-saale/

2.10.90
Jena
Neonazis überfallen und verwüsten das besetzte Haus und Autonome Jugendzentrum in der Karl-Liebknecht-Straße 58.
https://zweiteroktober90.de/jena/

2.10.90
Frankfurt/Oder
Mehrere Jugendliche greifen Busse mit polnischen Arbeiter:innen und polnische PKWs mit Steinen und Schlagstöcken an. Dabei wird mindestens ein Fahrer verletzt.
https://zweiteroktober90.de/frankfurt-oder/

2.10.90
Bergen/Rügen
Ein Mob rechter Jugendliche sammelt sich vor einer Unterkunft von Asylsuchenden und grölt „ausländerfeindliche und faschistische Parolen“.
https://zweiteroktober90.de/bergen-auf-ruegen/

2.10.90
Winterthur in de Schweiz
Drei Neonazis verüben in der Nacht vom 2. zum 3. Oktober 1990 einen Handgranatenanschlag auf die vermeintliche Wohnung eines antifaschistischen Journalisten. Dabei wird aus reinem Glück niemand verletzt. Zwei der Täter sind Aktive der neonazistischen „Nationalrevolutionären Partei der Schweiz“, einer von ihnen ist Infanterieleutnant der Schweizer Armee.
https://zweiteroktober90.de/winterthur-in-der-schweiz/

2.10.90
Aachen
Die Frankfurt Rundschau schreibt: „In Aachen nahm die Polizei in der Nacht 25 Skinheads fest, die mit Pflastersteinen und Baseballschlägern auf die Feiernden losgegangen waren.“
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.90
Bielefeld
Die Frankfurter Rundschau schreibt: „In Bielefeld mußten neun Personen ‚aus dem rechtsextremen Bereich‘ mit zur Wache fahren, nachdem sie Ausländer angepöbelt hatten.“
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.90
Bonn
Die Frankfurt Rundschau schreibt: „In Bonn nahm die Polizei wegen drohender Auseinandersetzungen mit linksgerichteten Gruppen 86 Mitglieder der neonazistischen Organisation Freiheitliche Arbeiterpartei (FAP) bis zum Morgen in Gewahrsam.“ Außerdem verüben Unbekannte einen Brandanschlag auf das Bonner Stadthaus. Im Bekennerschreiben fordern sie den Anschluss der ehemaligen deutschen Ostgebiete.
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.90
Dresden
In der B.Z. heißt es: „In der Dresdner Neustadt, dem Zentrum der Alternativen, herrschte gespannte Stimmung: Neonazis zogen mit ‚Sieg Heil‘-Rufen durch die Straßen.“
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.90
Hamburg
In der Nacht zum 3. Oktober versucht ein Mob von etwa 300 rechten Hooligans und Neonazis mehrfach durch die Polizeiketten zu den besetzten Häusern in der Hafenstraße durchzudringen und liefert sich dabei Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften.
https://zweiteroktober90.de/hamburg/

2.10.90
Leverkusen
In der Berliner Zeitung heißt es: „In Leverkusen lieferten sich etwa 150 Punks und Skinheads eine Schlägerei.“
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.90
Potsdam
Während Hausbesetzer:innen Angriffe auf ihre Häuser erwarten, wird das „Denkmal des unbekannten Deserteurs“ trotz einer zivilgesellschaftlichen Mahnwache mit weißer Farbe besprüht und mit einem Meißel beschädigt.
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.90
Recklinghausen
Im WDR wird berichtet: „Nicht überall geht es jedoch so harmonisch zu. Für Nordrhein-Westfalen dokumentiert die Westfälische Rundschau auch vereinzelte Ausschreitungen: In Recklinghausen skandiert beispielsweise eine Gruppe von rund 70 Neonazis ausländerfeindliche Parolen.“
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.90
Riesa
In Riesa verprügeln Neonazis am 2. Oktober 1990 andere Feiergäste und verletzen einen von ihnen schwer. Offenbar greift niemand ein und es ruft auch niemand die Polizei. Später in der Nacht kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und der Polizei.
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.90
Rostock
Die Stadt evakuiert vorsorglich ein Heim jüdischer Spätaussiedler:innen. Gegen Mitternacht kommt es zu Übergriffen von Neonazis.
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.90
Schwerin
Eine Gruppe von 25–30 Neonazis randaliert in der Innenstadt und liefert sich Auseinandersetzungen mit einer Bürgerwehr und der Polizei.
https://zweiteroktober90.de/schwerin/

2.10.90
Selmsdorf
50 Neonazis randalieren in den Gebäuden der alten deutsch-deutschen Grenzkontrollstation. Elf Personen werden in Gewahrsam genommen.
https://zweiteroktober90.de/weitere/

3.10.90
Vacha
Etwa 30 Neonazis, wahrscheinlich Angehörige der Wiking-Jugend, demonstrieren durch den Ort.
https://zweiteroktober90.de/weitere/

3.10.90
Henningsdorf
Neonazis dringen in die JVA-Kaserne ein und entwenden Munition.
https://zweiteroktober90.de/weitere/

3.10.90
Grimma
Am 3. Oktober 1990 beginnt in Grimma eine Serie von Angriffen, die sich insbesondere gegen die vietnamesischen Vertragsarbeiter:innen richtet.
https://zweiteroktober90.de/weitere/

3.10.90
Iserlohn
Im WDR wird berichtet: „In Iserlohn demonstrieren Angehörige der örtlichen Vertriebenenverbände mit Transparenten ihr Missfallen über die angeblich noch immer ungelöste deutsche Frage: ‚Breslau, Königsberg, Stettin – deutsche Städte wie Berlin‘.“
https://zweiteroktober90.de/weitere/

2.10.91
Reutlingen
Die konkret berichtet: „Anschläge und Überfälle auf Ausländer werden unter anderem aus Reutlingen, Reilingen/Rhein-Neckar, Bonn, Bad Salzuflen und Dresden gemeldet.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

2.10.91
Reilingen/Rhein-Neckar
Die konkret berichtet: „Anschläge und Überfälle auf Ausländer werden unter anderem aus Reutlingen, Reilingen/Rhein-Neckar, Bonn, Bad Salzuflen und Dresden gemeldet.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

2.10.91
Bonn
Die konkret berichtet: „Anschläge und Überfälle auf Ausländer werden unter anderem aus Reutlingen, Reilingen/Rhein-Neckar, Bonn, Bad Salzuflen und Dresden gemeldet.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

2.10.91
Bad Salzuflen
Die konkret berichtet: „Anschläge und Überfälle auf Ausländer werden unter anderem aus Reutlingen, Reilingen/Rhein-Neckar, Bonn, Bad Salzuflen und Dresden gemeldet.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

2.10.91
Dresden
Unbekannte Täter werfen aus einem Auto Brandsätze auf ein Ausländerheim. Einer der Brandsätze entzündet sich im Vorraum des Heims.
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Grpupe der PDS/Linke Liste zum Thema „Ausländerfeindliche Übergriffe und rechtsextremer Terror“, Drucksache 12/2086, 4.3.1992, online: https://dserver.bundestag.de/btd/12/021/1202186.pdf

2.10.91
Mönchengladbach
Die konkret berichtet: „In einer Fußgängerzone in Mönchengladbach wird ein Türke niedergestochen und schwer verletzt. Keiner der zahlreichen umstehenden Passanten greift ein.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Bremen
Drei Jugendliche aus einer größeren rechten Gruppe verüben einen Brandanschlag mit drei Molotow-Cocktails auf die Unterkunft für Geflüchtete in der Schwachhauser Heerstraße 110. Die 60 Bewohner:innen können sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Ein Zimmer brennt vollkommen aus, das Heim wird unbewohnbar, es entsteht ein Schaden von 200.000 Mark. Die Täter werden zu Jugendstrafen auf Bewährung verurteilt. Vor dem Anschlag hatten Bürger:innen aus Schwachhausen eine Demonstration gegen das Flüchtlingsheim gemacht, es als „Drogenvilla“ bezeichnet und gegen die Geflüchtete Stimmung gemacht.
BHV: Asylheime nachts geschützt, in: taz, 4.10.1991, S. 21, online: https://taz.de/BHV-Asylheime-nachts-geschuetzt/!1700176/
Geständnis der drei Brandstifter, in: taz am Wochenende, 25.4.1992, S. 33, online: https://taz.de/!1672735/
Eine Villa mit dunkler Vergangenheit, in: Weser-Kurier, 24.8.2015, online: https://www.weser-kurier.de/bremen/eine-villa-mit-dunkler-vergangenheit-doc7e3akzxcoer18owgkimi
Staatsanwalt kippt Hauptanklage, in: taz, 12.5.1992, S. 22, online: https://taz.de/!1670680/

3.10.91
Bremerhaven
Ein türkischer Verein und mehrere Einzelpersonen erhalten anonyme Briefe, in denen ein Anschlag angekündigt wird. Weitere Migrant:innen werden in den Tagen vor dem Einheitstag in anonymen Anrufen belästigt. 100 Menschen versammeln sich in der Nacht zum Einheitstag, um die Wohnheime der Migrant:innen zu schützen.
BHV: Asylheime nachts geschützt, in: taz, 4.10.1991, S. 21, online: https://taz.de/BHV-Asylheime-nachts-geschuetzt/!1700176/

3.10.91
Rostock-Schmarl
150 rechte Jugendliche überfallen mit Steinen und Molotow-Cocktails ein Asylbewerberheim mit überwiegend rumänischen Bewohner:innen. Die Polizei schreitet nicht ein. Das Heim war bereits am 1. Oktober von 50 Jugendlichen angegriffen worden. Zwei Tage später, am 5. Oktober, greifen 30 Jugendliche ein Wohnheim für rumänische Arbeiter an.
Hermann Langer: Flächenbrand von rechts, Verlag Jugend und Geschichte, Rostock, 1993, S. 59–74.
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Grpupe der PDS/Linke Liste zum Thema „Ausländerfeindliche Übergriffe und rechtsextremer Terror“, Drucksache 12/2086, 4.3.1992, online: https://dserver.bundestag.de/btd/12/021/1202186.pdf
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Bergen auf Rügen
Bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim, eine Holzbaracke, werden zwei der insgesamt 21 Bewohner:innen verletzt. Die Täter:innen greifen auch die Streifenwagen der Polizei an. Zwei Täter werden festgenommen.
Hermann Langer: Flächenbrand von rechts, Verlag Jugend und Geschichte, Rostock, 1993, S. 59–74.
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Grpupe der PDS/Linke Liste zum Thema „Ausländerfeindliche Übergriffe und rechtsextremer Terror“, Drucksache 12/2086, 4.3.1992, online: https://dserver.bundestag.de/btd/12/021/1202186.pdf
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Krefeld
Die konkret berichtet: „In Krefeld sticht ein Deutscher einen Türken vor den Augen zahlreicher Zuschauer nieder.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Amminkeln
Die konkret berichtet: „Bei einem Angriff auf ihre Unterkunft werden in Amminkeln vier Asylbewerber verletzt.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Kühlungsborn
Die konkret berichtet: „Überfall auf ein Flüchtlingsheim in Kühlungsborn.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Luckenwalde
30 Personen greifen mit Steinen ein Flüchtlingsheim an und demolieren die Scheiben.
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Grpupe der PDS/Linke Liste zum Thema „Ausländerfeindliche Übergriffe und rechtsextremer Terror“, Drucksache 12/2086, 4.3.1992, online: https://dserver.bundestag.de/btd/12/021/1202186.pdf

3.10.91
Kassel
Die konkret berichtet: „In Kassel demolieren faschistische Jugendliche ein Asylbewerberheim , nachdem sie sich auf einer Baustelle mit Eisenstangen ausgerüstet haben.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Tornesch
Die konkret berichtet: „In Tornesch und Lübbersdorf/Ostholstein werden Asylbewerber auf offener Straße mißhandelt.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Lübbersdorf/Ostholstein
Die konkret berichtet: „In Tornesch und Lübbersdorf/Ostholstein werden Asylbewerber auf offener Straße mißhandelt.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Oststeinbek
Die konkret berichtet: „Überfälle auf Asylbewerberheime in Oststeinbek und Preetz/Schleswig-Holstein.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Preetz
Die konkret berichtet: „Überfälle auf Asylbewerberheime in Oststeinbek und Preetz/Schleswig-Holstein.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Görlitz
Die konkret berichtet: „In Görlitz wird ein Pole verletzt, als Jugendliche am Grenzübergang einreisende Polen mit Steinen bewerfen.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Norderstedt
Die konkret berichtet: „Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Norderstedt.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Karlsruhe
Die konkret berichtet: „Brandanschläge auch auf Asylbewerberunterkünfte in den baden-württembergischen Städten Karlsruhe, Pforzheim und Königsbach.“ In der digitalen Stadtchronik von Karlsruhe heißt es außerdem: „Auch in Karlsruhe macht sich in einem Brandanschlag auf die ZAST Ausländerfeindlichkeit bemerkbar.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html
Digitale Angebote: Stadtchronik Karlsruhe, online: https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/chronik/

3.10.91
Pforzheim
Die konkret berichtet: „Brandanschläge auch auf Asylbewerberunterkünfte in den baden-württembergischen Städten Karlsruhe, Pforzheim und Königsbach.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Königsbach
Die konkret berichtet: „Brandanschläge auch auf Asylbewerberunterkünfte in den baden-württembergischen Städten Karlsruhe, Pforzheim und Königsbach.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Gelsenkrichen
Die konkret berichtet: „Weitere Angriffe gegen Ausländer werden aus Gelsenkirchen, Issum und Straehlen (alle in NRW) gemeldet.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Issum
Die konkret berichtet: „Weitere Angriffe gegen Ausländer werden aus Gelsenkirchen, Issum und Straehlen (alle in NRW) gemeldet.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Straehlen
Die konkret berichtet: „Weitere Angriffe gegen Ausländer werden aus Gelsenkirchen, Issum und Straehlen (alle in NRW) gemeldet.“
Eine unvollständige Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im ersten Jahr des wiedervereinigten Deutschland, in: konkret 11/91, online: https://cms.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/jeder-ist-uns-der-naechste.html

3.10.91
Hünxe
In der Nacht zum 3. Oktober werfen drei rechte Jugendliche Brandsätze in ein Flüchtlingsheim, von denen sich einer im Kinderzimmer einer libanesischen Familie entzündet. Zwei Mädchen werden schwer verletzt. Die Täter werden später zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb bis fünf Jahren verurteilt.
Paula Tell und Sarah Kaminski: „Hoyerswerda als Vorbild“. Erinnerung an den Brandanschlag von Hünxe im Oktober 1991, 5.10.2015, online: https://www.apabiz.de/2015/hoyerswerda-als-vorbild/

2.10.92
Eisfeld
Zwei unbekannte Täter werfen zwei Molotow-Cocktails auf das Asylbewerberheim.
Rainer Fromm: Rechtsextremismus in Thüringen, Schüren Verlag, Marburg, 2. Auflage, 1993, S. 11–12.

2.10.92
Rostock-Schmarl
In der Chronologie der landesweiten Opferberatung für das Jahr 1992 heißt es: „ In Rostock Schmarl werden Brandflaschen gegen ein Ausländerwohnheim geworfen.“
LOBBI: Chronologie rechter Angriffe in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 1992, 23.8.2012, online: https://lobbi-mv.de/chronologie-rechter-angriffe-in-mecklenburg-vorpommern-im-jahr-1992/

2.10.92
Hasbergeb bei Osnarbrück
Zwei Polizisten wecken und evakuieren die 15 Bewohner:innen einer brennenden Unterkunft für Aussiedler:innen.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Dresden
600 Neonazis ziehen bei einer Demonstration der „Nationalen Offensive“ durch die Stadt, gröhlen rassistische Parolen und zeigen den Hitler-Gruß. Die Polizei greift nicht ein.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Südbrandenburg
Auf der Autobahn von Cottbus nach Berlin wird ein polnischer Kleinbus von Skinheads überfallen.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Greifswald-Ladebow
Unbekannte werfen zwei Brandsätze auf eine Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner:innen können das Feuer schnell löschen.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Zehdenick bei Berlin
Unbekannte werfen aus einem Auto einen Brandsatz auf die Flüchtlingsunterkunft.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Strausberg
Der jüdische Friedhof wird geschändet.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Stuttgart-Bad Cannstadt
Der jüdische Friedhof wird geschändet. Grabsteine werden mit Hakenkreuzen und „Sieg Heil“ beschmiert.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Beiersdorf im Kreis Bad Freienwalde
15 jugendliche Neonazis überfallen eine Gaststätte und werfen einen Brandsatz auf das Gebäude. Drei der Täter werden festgenommen.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Ziesar bei Brandenburg
Es kommt in einer Discothek zu einer Schlägerei mit Skinheads, bei der ein Gast verletzt und das Mobilar beschädigt wird. Die flüchtenden Skinheads werden von der Polizei einige Kilometer entfernt gestellt.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Dortmund
Der jüdische Ehrenfriedhof wird verwüstet. Circa 20 Grabsteine werden mit „Sieg Heil“ und „Skinpower“ beschmiert.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.92
Berlin-Karlshorst
Der Verein zur Förderung von ImmigrantInnen aus der ehemaligen Sowjetunion wird überfallen. Die Inneneinrichtung wird verwüstet, Computer und Faxgeräte werden entwendet.
Chronologie des Terrors, in: Kein schöner Land… atom Sondernummer zu Rassismus und Neofaschismus in Deutschland, 1993, online: https://www.laka.org/docu/magazines/atom/40-sondernummer1993.pdf

3.10.94
Siendenbrünzow
20 Personen greifen das Flüchtlingsheim an, zerstören die Eingangstür und die Satellitenanlage und werden anschließend vorübergehend festgenommen. Eine Bewohnerin erleidet einen Schock.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3./4.10.94
Berlin
Unbekannte stoßen auf dem Jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee im Prenzlauer Berg in der Nacht vom 3. zum 4. Oktober 19 Grabsteine um.
Anschlag auf Synagoge: Verhöhnt, zerstört, geschändet – eine unvollänständige Chronik der Gewalt gegen jüdische Kultur, in: Der Tagesspiegel, 6.10.2000, online: https://www.tagesspiegel.de/berlin/anschlag-auf-synagoge-verhoehnt-zerstoert-geschaendet-eine-unvollstaendige-chronik-der-gewalt-gegen-juedische-kultur/170536.html

2.10.96
Potsdam
Vier rechte Jugendliche greifen einen Flüchtling aus Kenia an, schlagen und treten ihn und stoßen ihn auf die Straßenbahngleise. Die Täter schlagen einem Autofahrer mit einem Hammer die Scheibe ein, der das Opfer einsteigen lassen und ihm Schutz bieten wollte. Währenddessen rufen sie rassistische Parolen.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf
Forschungsgruppe Rechtsextremismus an der Universität Potsdam: Rechtsextremismus in Potsdam 1992 bis 2005. Eine Chronologie, Potsdam, erschienen 2006 im Eigendruck, online: http://apap.blogsport.eu/files/2013/12/studie_rechtsextremismus_potsdam1992-2005.pdf

3.10.96
Trebbin
In der Nacht vom 3. zum 4. Oktober verwüsten Neonazis eine Pizzeria und gröhlen dabei rechte Lieder. Fünf Verdächtige werden in Gewahrsam genommen. Erst vier Tage zuvor hatte ein Neonazi zwei italienische Bauarbeiter mit einem Baseballschläger angegriffen. Eines der Opfer erlitt einen Schädelbruch.
Tagesschau vom 3.10.1996, online: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-219143.html
Tagesschau vom 6.10.1996, online: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-219159.html

3.10.96
Magdeburg
Vier Deutsche greifen einen Flüchtling aus Gambia an, reißen ihn zu Boden, schlagen, treten und berauben ihn. Ein Täter wird vorläufig festgenommen.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

2./3.10.98
Jena
In der Nacht vom 2. zum 3. Oktober werden Konzerte für ein Punkkonzert in der JG Stadtmitte Jena mit Plakaten der Neonazi-Organisation „Thüringer Heimatschutz“ überklebt. Beim Konzert am 3. Oktober entrollen zwei vermummte Neonazis ein Transparent mit der Aufschrift „Lieber tot als rot“. Zwei Tage später werden drei Jugendliche von Neonazis mit einer Spitzhacke verfolgt.
Infoladen Jena: Pressemitteilung „Aufräumaktionen von Neonazis?“, in: haGalil onLine, 10/98, online: https://www.hagalil.com/archiv/98/10/nazi‑0.htm

3.10.98
Potsdam
Der Besitzer eines Dönerimbisses wird als „Kanake“ beschimpft. Es kommt zu körperlichen Auseinandersetzungen. Der Besitzer verweist drei Jugendliche gewaltsam des Ortes.
Forschungsgruppe Rechtsextremismus an der Universität Potsdam: Rechtsextremismus in Potsdam 1992 bis 2005. Eine Chronologie, Potsdam, erschienen 2006 im Eigendruck, online: http://apap.blogsport.eu/files/2013/12/studie_rechtsextremismus_potsdam1992-2005.pdf

2.10.99
München
Vier Neonazi-Skinheads pöbeln auf dem Oktoberfest in einem Bierzelt Besucher:innen an. Anschließend legt sich eine Gruppe von 30 Skinheads mit den Ordner:innen an. 17 Personen werden festgenommen.
Antifaschistische Informations‑, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.: 2. Oktober 1999, online: https://www.aida-archiv.de/chronologie/2‑oktober-1999/

2./3.10.99
Berlin
Auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee stürzen Unbekannte 103 Grabsteine um. 15 der Grabsteine werden komplett zerstört.
Anschlag auf Synagoge: Verhöhnt, zerstört, geschändet – eine unvollänständige Chronik der Gewalt gegen jüdische Kultur, in: Der Tagesspiegel, 6.10.2000, online: https://www.tagesspiegel.de/berlin/anschlag-auf-synagoge-verhoehnt-zerstoert-geschaendet-eine-unvollstaendige-chronik-der-gewalt-gegen-juedische-kultur/170536.html

3.10.99
Ammersbek bei Hamburg
Ein Flüchtlingsheim wird am frühen Morgen durch einen Brandsatz völlig zerstört. Die 30 Bewohner:innen bringen sich selbst in Sicherheit.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3.10.99
Hoisbüttel bei Bad Odlesloe
Eine Flüchtlingsunterkunft brennt am frühen Morgen vollkommen aus. Die 18 Bewohner:innen retten sich selbst. Noch am selben Tag schließt die Polizei einen fremdenfeindlichen Anschlag aus.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

2.10.00
Schwerin
Der Imbiss eines Georgiers wird in Brand gesetzt.
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag

2.10.00
Buchenwald
Unbekannte verwüsten die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar. Sie beschmieren Tafeln und Gedenksteine mit Hakenkreuzen und werfen Pflastersteine gegen Scheiben. Eine Woche später werden zwei Täter aus der rechten Szene vorläufig festgenommen.
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag
KZ-Schändung: Täter gefasst, in: taz, 11.10.2000, S. 6, online: https://taz.de/KZ-Schaendung-Taeter-gefasst/!1207901/

2./3.10.00
Potsdam
Eine Punkerin wird in der Nacht zum Einheitstag von mehreren Rechten beleidigt und getreten.
Forschungsgruppe Rechtsextremismus an der Universität Potsdam: Rechtsextremismus in Potsdam 1992 bis 2005. Eine Chronologie, Potsdam, erschienen 2006 im Eigendruck, online: http://apap.blogsport.eu/files/2013/12/studie_rechtsextremismus_potsdam1992-2005.pdf

2./3.10.00
Neunkirchen
Bei der Kirchweih schlagen fünf Neonazi-Skinheads einen 17-Jährigen zusammen.
Augen zu und durch – Der Landkreis Forchheim, in: antifaschistisches dokumentations- und informationsprojekt: Spezialitäten aus Mittelfranken. Ein Überblick über rechte und rechtsextreme Strukturen, 1. Auflage, 2003, online: https://we.riseup.net/assets/333175/mittelfranken.pdf

3.10.00
Halle
Ein Döner-Stand in der Neustädter Passage brennt am frühen Morgen komplett nieder. Die Polizei vermutet einen rechten Hintergrund.
AG Antifa des Studierendenrats der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Chronik der rassistischen und faschistischen Aktivitäten in Halle (1998–2000), online: https://antifa.uni-halle.de/2000/12/chronik-der-rassistischen-und-faschistischen-aktivitaeten-in-halle-1998–2000/

3.10.00
Potsdam
Auf dem Oktoberfest am Horstweg wird ein Schwarzer Mensch von einer Gruppe Skinheads rassistisch beschimpft und zusammengeschlagen. Das Opfer wird mit Schädelhirntrauma und Prellungen im Krankenhaus behandelt.
Forschungsgruppe Rechtsextremismus an der Universität Potsdam: Rechtsextremismus in Potsdam 1992 bis 2005. Eine Chronologie, Potsdam, erschienen 2006 im Eigendruck, online: http://apap.blogsport.eu/files/2013/12/studie_rechtsextremismus_potsdam1992-2005.pdf
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag

3.10.00
Schwerin
Zwei rechtsradikale Jugendliche beschmieren in der Nacht zum Einheitstag Häuserwände und das Lenin-Denkmal mit Neonazi-Parolen, greifen ein Ehepaar aus der ehemaligen Sowjetunion an und rufen „Russen raus“. Die Frau erleidet schwere Kopfverletzungen.
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag

3.10.00
Senden bei Münster
Ein 15-jähriger Russlanddeutscher wird von einem 16-jährigen Deutschen angegriffen.
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag

3.10.00
Berlin
Im Stadtteil Berlin-Lichtenberg beleidigen vier Männer am S‑Bahnhof einen Senegalsen, greifen ihn an und verletzen ihn. Sie schlagen und treten ihn und stoßen ihn auf die Bahngleise. Das Opfer kann fliehen und die Polizei alarmieren.
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag

3.10.00
Schwäbisch Hall
Unbekannte schänden den jüdischen Friedhof. Sie beschmieren elf Grabsteine mit roter Farbe und Hakenkreuzen. Am selben Morgen überfallen und verletzen mehrere Skinheads einen Rollerfahrer.
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag

3.10.00
Enger
In der Nacht zum Einheitstag werden neun jugendliche Männer, ausländerfeindliche Parolen grölend, vermutlich auf dem Weg zum nahe gelegenen Flüchtlingsheim festgenommen.
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag

3.10.00
Solingen
Zehn Skinheads ziehen durch die Innenstadt, rufen „Sieg Heil“ und „Heil Hitler“ und geraten in Streit mit einigen jugendlichen Türk:innen. Sie bedrohen Deutsche und Türk:innen, die schlichtend eingreifen wollen, mit Gaspistolen.
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag

3.10.00
Potsdam
Ein Rechter fordert zwei russischsprachige Schülerinnen in der Straßenbahn auf Deutsch zu sprechen, schlägt ihnen ins Gesicht und erklärt, dass „Juden hier nichts zu suchen hätten“.
Forschungsgruppe Rechtsextremismus an der Universität Potsdam: Rechtsextremismus in Potsdam 1992 bis 2005. Eine Chronologie, Potsdam, erschienen 2006 im Eigendruck, online: http://apap.blogsport.eu/files/2013/12/studie_rechtsextremismus_potsdam1992-2005.pdf

3.10.00
Landkreis Hannover
Mehrere Jüdinnen und Juden werden von einem unbekannten Täter am Telefon antisemitisch bedroht.
Deutscher Tag, in: Jungle World 41/2000, 11.10.2000, online: https://jungle.world/artikel/2000/41/deutscher-tag

2.10.01
Niesky
Eine Gruppe Neonazis jagt in der Nacht zum Einheitstag vier Jugendliche durch die Innenstadt und tritt und schlägt drei der Opfer. Diese tragen teils erhebliche Verletzungen davon. Als die Polizei eintrifft, nimmt sie Alkoholproben der Opfer und reagiert nicht, als sie auf einen vorbeilaufenden Täter hingewiesen wird.
Winnie Sellkens und Michae Wilde: Rechsextremistische Straftaten – ein Schattenbericht. Eine Studie für die AG Innen- und Rechtspolitik der PDS-Bundestagsfraktion zu den Widersprüchen und Mängeln offizieller Statistiken über rechte Straf- und Gewalttaten, online: http://www.infopartisan.net/document/schattenbericht.pdf

2.10.01
Erfurt
An der Krämerbrücke wird ein Obdachloser von augenscheinlich rehten Jugendlichen angegriffen.
Winnie Sellkens und Michae Wilde: Rechsextremistische Straftaten – ein Schattenbericht. Eine Studie für die AG Innen- und Rechtspolitik der PDS-Bundestagsfraktion zu den Widersprüchen und Mängeln offizieller Statistiken über rechte Straf- und Gewalttaten, online: http://www.infopartisan.net/document/schattenbericht.pdf

3.10.01
Schwarzheide
Eine Asiatin wird in der Nähe einer Diskothek von zwei Jugendlichen geschlagen.
Winnie Sellkens und Michae Wilde: Rechsextremistische Straftaten – ein Schattenbericht. Eine Studie für die AG Innen- und Rechtspolitik der PDS-Bundestagsfraktion zu den Widersprüchen und Mängeln offizieller Statistiken über rechte Straf- und Gewalttaten, online: http://www.infopartisan.net/document/schattenbericht.pdf

3.10.02
Kamenz
15 Fußballfans pöbeln zwei Flüchtlinge und ihre deutschen Begleiter an. Die Betroffenen holen sich Unterstützung im Flüchtlingsheim und es kommt zu einer Schlägerei zwischen den beiden Gruppen mit mehreren Verletzten. Die Flüchtlinge nehmen einem Rechten einen Baseballschläger ab. Die Polizei konfisziert bei den Deutschen später ein 30 cm langes Messer.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3.10.02
Dessau
In der Nacht zum Einheitstag dringen mehrere Täter in ein indisches Restaurant ein, verwüsten den Inneneinrichtung mit einer stinkenden schwarzen Teerbrühe und hinterlassen Hakenkreuze an den Wänden. Sie tragen dabei Handschuhe und gehen gezielt vor.
Anschlag auf indisches Restaurant: Sprachlos über die Wut der Zerstörung, in: Mitteldeutsche Zeitung, 4.10.2002, online: https://www.mz.de/lokal/dessau-rosslau/anschlag-auf-indisches-restaurant-sprachlos-uber-die-wut-der-zerstorung-2935221

3.10.02
Kamenz
Ein Mitglied einer fünköpfigen Gruppe intensivkrimineller Neonazis schießt mit einer PTB-Waffe in Richtung eines Flüchtlingsheims.
Uwe Backes et al.: Rechts motivierte Mehrfach- und Intensivtäter in Sachsen, Göttingen: V&R unipress, 1. Aufl. 2014, S. 120, online: https://hait.tu-dresden.de/dok/bst/Heft_69_Backes.pdf

2.10.03
Gera
Ein junger kurdischer Flüchtling wartet an der Straßenbahnhaltestelle und spricht einen Deutschen an, als dieser ihm im Vorbeigehen auf den Fuß tritt. Der Deutsche schlägt ihm daraufhin ins Gesicht. Das Opfer muss notärztlich behandelt werden.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

2.10.03
Heidenheim
Ein Neonazi provovziert vor einer linken Kneipe mit dem Hitlergruß. Als Punks und Antifas ihn ansprechen, kommen mindestens fünf weiteren Neonazis dazu, die aus dem Hinterhalt aus einem Gebüsch springen. Sie schlagen mit Flaschen und Schlagstöcken auf die Opfer ein. Eines der Opfer muss wegen einer Platzwunde und anderer Verletzungen im Krankenhaus behandlet werden. Einer der Täter ermodert zweieinhalb Monate später, am 20. Dezember, mit einem Messer drei jugendliche Russlanddeutsche vor derselben Kneipe.
Robert Andreasch: Nur drei Tote mehr, in: Jungle World 02/2004, 7.1.2004, online: https://jungle.world/artikel/2004/02/nur-drei-tote-mehr

3.10.03
Berlin-Neukölln
Die Gedenktafel am Geburtshaus von Heinrich Stahl, der bis 1942 Vorsitzender der jüdischen Gemeinde zu Berlin war, wird in der Nacht zum Einheitstag geschändet. Die Täter beschmieren die Tafel und malen zwei große Hakenkreuze und eine Rune der verbotenen Wiking-Jugend an die Wand.
Berliner Zeitung, 4.10.2003.

3.10.03
Jamel bei Wismar
Ein Haus, in das Ortsfremde einziehen wollen, wird zum wiederholten Mal angezündet. Der Bürgermeister vermutet, dass ein Zusammenhang zu den im angrenzenden Wald stattfinden Wehrsportübungen besteht.
LOBBI: Chronologie, online: https://lobbi-mv.de/such-ergebnisse-chronologie/

3.10.04
Potsdam
In der Innenstadt werfen zwei Männer und eine Frau mit Flaschen auf vermeintlich linke Jugendliche.
Forschungsgruppe Rechtsextremismus an der Universität Potsdam: Rechtsextremismus in Potsdam 1992 bis 2005. Eine Chronologie, Potsdam, erschienen 2006 im Eigendruck, online: http://apap.blogsport.eu/files/2013/12/studie_rechtsextremismus_potsdam1992-2005.pdf

3.10.05
Berlin-Tiergarten
Unbekannte beschmieren das Jüdische Mahnmal in Berlin-Tiergarten mit einem Graffiti.
Jungle World, 12.10.2005.

2.10.06
Schwerin
Ein Besucher des Cafés „Kunterbund“ wird leicht verletzt, als eine Flasche durch das Fenster geworfen wird. Schon am 15. Mai desselben jahres war das Café von rechten Hooligans angegriffen worden.
LOBBI: Chronologie, online: https://lobbi-mv.de/such-ergebnisse-chronologie/

2./3.10.06
Erfurt
Ein Plakat am Auto des Antifaschisten und Gewerkschafters Angelo Lucifero wird zerrissen. Der Betroffene erstattet Anzeige. Das Verfahren wird eingestellt.
Labournet.de: Chronologie neonazistischer Bedrohungen gegenüber Angelo F. Lucifero, online: https://archiv.labournet.de/diskussion/rechten/opfer/angelochronik.pdf

3.10.08
Fürstenwalde bei Brandenburg
Zwischen einem Deutschen auf der einen Seite und einem Flüchtling aus Kamerun und einem libanesischen Deutschen kommt es zu einem Streit und zu einer Messerstecherei. Der Deutsche sticht den Kameruner nieder und verletzt ihn schwer. Sein Begleiter wird leicht an der Hand verletzt.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3.10.08
Chemnitz
Eine Gruppe von Antifaschist:innen, die auf den Bus nach Geithain wartet, um dort gegen eine Neoanzi-Demonstration zu protestieren, wird am Morgen von circa 15 vermummten und bewaffneten Neonazis angegriffen. Mindestens zwei Personen werden verletzt.
chronik.LE (Hrsg.): Geithainer Zustände, Mai 2019, online: https://slub.qucosa.de/api/qucosa%3A35959/attachment/ATT‑0/

2.10.09
Limbach-Oberfrohna
Der Sitz des Vereins für soziale und politische Bildung wird in einer Nacht drei Mal von 25 Neoanzis überfallen. Sie bewerfen das Gebäude mit Flaschen, dringen in das Gebäude ein und beschädigen das Gebäude. Mitglieder des Vereins werden durch Steine und Glassplitter verletzt. Der Vorsitzende versucht unmittelbar nach einem Angriff, ein Fenster zu reparieren, und wird von der Polizei wegen Ruhestörung angezeigt.
Freie Presse, 5.10.2009.
Michael Bergmann und Charlotte Elliot: Ignorieren auf hohem Niveau. Neonazis im sächsischen Limbach-Oberfrohna, in: Jungle World 04/2010, 28.1.2010, online: https://jungle.world/artikel/2010/04/ignorieren-auf-hohem-niveau

3.10.09
Kleve
Das Mahnmal der Jüdischen Gedenkstätte wird in der Nacht zum Einheitstag mit zwei Hakenkreuzen beschmiert.
Der Westen, 4.10.2009.

3.10.10
Duisburg-Baerl
In der Nacht zum Einheitstag kommt es in einem Flüchtlingsheim zu einem Brand.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3.10.10
Bautzen
In der Nacht zum Einheitstag wird das Bürgerbüro der linken Bundestagsabgeordneten Caren Lay angegriffen. Zwei 3 cm große Löcher werden in die Schaufensterscheibe geschlagen.
Linksfraktion im Bundestag: Rechtsextreme Gewalt und Übergriffe gegen DIE LINKE 2010/2011,
Nachricht vom 18. November 2011, online: https://www.linksfraktion.de/themen/nachrichten/detail/rechtsextreme-gewalt-und-uebergriffe-gegen-die-linke-20102011/

2.10.12
Güstrow bei Rostock
Ein Gebäude, das zu einer Unterkunft für Asylsuchende umgebaut wird, wird mit Buttersäure angegriffen.
LOBBI: Chronologie, online: https://lobbi-mv.de/such-ergebnisse-chronologie/

2.10.13
Berlin Anzengruberstraße
Eine Person wird homophob beleidigt und mit einem Messer bedroht.
https://www.nkwatch.info/chronik/

2.10.13
Kühlungsborn bei Rostock
Ein Asiate wird mit zwei Freund:innen fast von einem Auto angefahren und rettet sich durch einen Sprung zur Seite. Die Begleiter:innen sprechen den Fahrer an und werden rassistisch angepöbelt. Die Polizei weigert sich zuerst, den Vorfall aufzunehmen.
LOBBI: Chronologie, online: https://lobbi-mv.de/such-ergebnisse-chronologie/

3.10.13
Berlin-Neukölln
Im Volkspark Hasenheide wird ein Mann mit homophober Motivation von einem Unbekannten geschlagen und getreten.
Apabiz und MBR (Hrsg.): Berliner Zustände. Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im Jahr 2013, April 2014, online: https://mbr-berlin.de/wp-content/uploads/2021/02/MBR_Schattenbericht_2013_WEB_Einzelseiten.pdf

3.10.13
Salzwedel
Unbekannte beschmieren in der Nacht zum Einheitstag im gesamten Stadtgebiet in insgesamt 42 Fällen Wände, Schilder und Haltestellen mit Neonazi-Propaganda. Auch die Gedenktafel für die ehemalige Synagoge wird beschmiert.
42 Schriftzüge und Symbole. Landesverband verurteilt Nazi-Schmierereien in der Altmark, in: Jüdische Allgemeine, 4.10.2013, online: https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/42-schriftzuege-und-symbole/

3.10.13
Merkendorf im Landkreis Ansbach
Zwei Männer beleidigen eine Gruppe Männer in einer Straßenbahn homophob mit den Worten „Drecksschwuchteln, ihr gehört vergasst. Früher wärt ihr ins KZ gekommen.“. Die fünf betroffenen Männer verlassen die Straßenbahn und werden von den Tätern verfolgt. Einer der Angreifer schlägt zwei Männern ins Gesicht. Die Polizei nimmt die Angreifer vorläufig fest.
Antifaschistische Informations‑, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.: 3. Oktober 2013, online: https://www.aida-archiv.de/chronologie/3‑oktober-2013-muc/

3.10.14
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Das Wohnhaus des Parteivorsitzenden der Linken Charlottenburg-Wilmersdorf wird um 6 Uhr früh mit Pflastersteinen beworfen, wodurch eine doppelte Scheibe der Wohnung zu Bruch geht. Es gibt keine Verletzten.
https://berliner-register.de/vorfall/charlottenburg-wilmersdorf/anschlag-auf-linksparteivorsitzenden/1395

3.10.14
Gotha
Ein Deutscher sucht vermutlich aufgrund rassistischer Motivation wiederholt Streit mit einem jungen Geflüchteten und seiner Familie. Später greift er ihn vor der Unterkunft mit einem Schlagring an. Das Opfer wehrt sich so heftig, dass auch der Angreifer schwer verletzt wird. Es werden Strafverfahren gegen beide Beteiligte eröffnet.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3.10.14
Reinshagen bei Rostock
Ein betrunkener Rechter tätigt rassistische Äußerungen und wird von zwei Personen darauf angesprochen. Er schubst einen in eine Feuerstelle, sodass dieser Verbrennungen erleidet, und verletzt den zweiten am Hals.
LOBBI: Chronologie, online: https://lobbi-mv.de/such-ergebnisse-chronologie/

3.10.14
Berlin-Wedding
In der Nacht zur Einheit werden zwei Männer auf dem U‑Bahnhof Pankstraße von einer Gruppe von sieben Personen aus homophoben Gründen beleidigt, geschlagen und verletzt.
Apabiz und MBR (Hrsg.): Berliner Zustände. Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im Jahr 2014, Mai 2015, online: https://mbr-berlin.de/wp-content/uploads/2021/02/2014schattenbericht-web‑1.pdf

4.10.14
Berlin-Lichtenberg
Am frühen Morgen des 4. Oktober alarmiert eine Passantin die Polizei, weil sie bemerkt hat, dass ein Brandanschlag auf die Kirche am Roedeliusplatz verübt wurde. In der Kirche hält sich ein Geflüchteter auf. Die Polizei kann de Brand löschen und der Flüchtling wird nicht verletzt.
Apabiz und MBR (Hrsg.): Berliner Zustände. Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im Jahr 2014, Mai 2015, online: https://mbr-berlin.de/wp-content/uploads/2021/02/2014schattenbericht-web‑1.pdf

2.10.15
Berlin-Marzahn-Hellersdorf
In der Nacht zum Einheitstag kommt es in einem Hotel, in dem 40 Flüchtlinge untergebracht sind, zu einer Sprengstoff-Explosion. Der Eingang und ein davor stehendes Auto werden schwer beschädigt. Kurz zuvor wurde ein Mann gesehen, der mit einem Gegenstand in der Hand das Foyer betrat.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

2.10.15
Rochlitz im Landkreis Mittelsachsen
Ein unbekannter Mann wirft kurz vor Mitternacht einen großen Stein in die Scheibe des ersten Stocks einer Asylunterkunft. In der Wohnung hält sich ein Bewohner auf.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

2.10.15
Rechtenbach im Landkreis Main-Spessart
Am späten Abend des 2. Oktober wirft ein Unbekannter angezündete Feuerwerkskörper auf die Freifläche vor der Asylunterkunft. Die Feuerwerkskörper sind mit Hakenkreuzen bemalt. Die Polizei berichtet erst vier Wochen später von dem Vorfall.
Antifaschistische Informations‑, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.: 2. Oktober 2015, online: https://www.aida-archiv.de/chronologie/2‑oktober-2015–2/

2.10.15
Nürnberg
Am Abend des 2. Oktober provoziert eine Gruppe von etwa 5 Neonazis eine Gruppe linker Jugendliche und wird handgreiflich. Die Polizei schreitet ein und richtet sich mit Gewalt gegen die linken Jugendlichen.
Nürnberg: Auseinandersetzung zwischen AntifaschistInnen und Nazis am 2. Oktober rund um die Frankenstraße – Ist der angegriffene Busfahrer ein Zeuge oder ein mitbeteiligter Nazi? – AAB Nürnberg spricht von willkürlichen USK-Angriffen auch auf völlig Unbeteiligte (Oktober 2015), online: https://www.nazistopp-nuernberg.de/oktober-2015_index129.htm

3.10.15
Berlin-Alt-Marzahn
Laut Polizeimeldung: „Ein Mann wurde von mindestens zwei Personen angegriffen und zusammengeschlagen. Die Angreifenden bepöbelten die Person mit „Scheiß Antifa“, bevor sie mit Schlägen und Tritten auf das 32-jährige Opfer los gingen. Der Mann musste mit diversen Prellungen, Platzwunden und einer Gehirnerschütterung zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.“
https://antifa-berlin.info/news/1024-das-wochenende-um-den-3-oktober-in-berlin-marzahn

3.10.15
Heidenau
Unbekannte dringen in das Wahlkreisbüro der Linkspartei ein und verwüsten die Räumlichkeiten. Das Büro war schon im September angegriffen worden. Dabei wurden die Scheiben mit Böllern beschädigt und wurden anschließend notdürftig mit Pappe zugeklebt.
Ruhiger 3. Oktober in Heidenau, in: addn.me, 5.10.2015, online: https://www.addn.me/antifa/ruhiger-3-oktober-in-heidenau/

3.10.15
Großhartmannsdorf
Auf die Teichmühle, die möglicherweise als Unterkunft für Asylsuchende dienen sollte, wird ein Brandanschlag verübt. Unbekannte schlagen zwei Fenster ein und werfen zwei mit Brandbeschleuniger getränkte und angezündete Holzlatten in das Gebäude. Der Brand erlischt von selbst. Es entsteht ein Sachschaden von 10.000 Euro, das Gebäude ist nicht mehr nutzbar.
Brandanschlag auf Teichmühle, in: Freie Presse, 7.10.2015.

3.10.15
Kleve
In der Nacht zum Einheitstag brennt das Flüchtlingsheim in der Stationstraße. Die Feuerwehr rettet diejenigen der insgesamt 100 Bewohner:innen, die sich nicht selbst aus dem brennenden Haus retten konnten. Drei Männer springen in Panik aus dem ersten Stock und werden mit kleineren Verletzungen im Krankenhaus behandelt.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3.10.15
Altena im Märkischen Kreis
Zwei Brandstifter, darunter ein Feuerwehrmann, verschütten Benzin im Holzgebälk des Dachstuhls eines Hauses, in das erst am Vortag sieben syrische Flüchtlinge eingezogen waren. Außerdem wird das Telefonkabel, über das die Feuerwehr mittels automatischer Brandmelder alarmiert werden sollten, durchtrennt. Nachbar:innen rufen die Feuerwehr.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3.10.15
Krölpa bei Saalfeld
In der Nacht zum 3. Oktober fragt ein junger afghanischer Flüchtling einen Ortsansässigen nach einer Mitfahrgelegenheit. Es kommt zum Streit und der Fahrer ruft drei Personen hinzu. Der Flüchtling rennt aus Angst davon und wird mit einer Flasche beworfen.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3.10.15
Berlin-Buch
In der Nacht zum Einheitstag greifen Unbekannte eine Flüchtlingsunterkunft an. Sie rütteln am Zaun, brennen Pyrotechnik ab und rufen „Heil Hitler“. Es kam schon zuvor zu wiederholten Bedrohungen und Vorfällen.
Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen, 23. aktualisierte Auflage, Dokumentation 1993 bis 2015, Heft I + II + III, online: https://www.ari-berlin.org/doku/Dokumentation%20gesamt.pdf

3.10.15
Bischhagen
Ein großes Fachwerkhaus im Ortskern, das an Flüchtlingsfamilien untervermietet werden soll, wird in der Nacht zum Einheitstag abgefackelt. Laut dem Eigentümer beläuft sich der Schaden auf 700.000 bis 800.000 Euro.
Jürgen Gückel: Flüchtlingsheim wird zur Dauerruine, in: Göttinger Tageblatt, 3.10.2016, online: https://www.goettinger-tageblatt.de/Die-Region/Duderstadt/Abgebranntes-Fluechtlingsheim-in-Bischhagen-wird-zur-Dauerruine

4.10.15
Xanten
In der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober gibt es einen Brandanschlag auf eine ehemalige Förderschule, die zur Asylunterkunft umgebaut wird. Die Täter:innen brechen in das Gebäude ein und legen mittels einer Glasflasche mit Brandbeschleuniger das Feuer. Der Schaden hält sich in Grenzen.
Brandanschlag: Flüchtlinge können trotzdem in Schule ziehen, RP Online, 4.10.2015, online: https://rp-online.de/nrw/staedte/xanten/xanten-anschlag-auf-ex-foerderschule-fluechtlinge-koennen-einziehen_aid-19859377

4.10.15
Höchberg
In der Nacht vom 3. zum 4. Oktober 2015 sprühen Unbekannte Hakenkreuze und SS-Runen an die Tür einer Mehrzweckhalle, in der künftig Asylsuchende untergebracht werden sollen.
Antifaschistische Informations‑, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.: 4. Oktober 2015, online: https://www.aida-archiv.de/chronologie/4‑oktober-2015/

4.10.15
Friemar
In der Nacht vom 3. zum 4. Oktober wird in einer als Flüchtlingsunterkunft genutzten Turnhalle ein Feuer gelegt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und schließt einen rassistischen Hintergrund nicht aus.
Ezra. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen: Chronik rechter Vorfälle, online: https://ezra.de/chronik/

2.10.16
Neubrandenburg
Unbekannte zünden einen Sperrmüllhaufen vor der Wohnung einer syrischen Familie an und das Feuer greift auf die Wohnungstüren über. Durch die Rauchentwicklung müssen ein älterer Mann und drei Kinder im Krankenhaus behandelt werden. Es entsteht ein Schaden von etwa 10.000 Euro.

2.10.16
Naumburg
Unbekannte werfen zwei Böller durch das offene Fenster einer Gemeinschaftsküche in einer Flüchtlingsunterkunft.
Christine Stöckel: Es brennt in Deutschland, in: taz, 2.1.2017, online: https://taz.de/Anschlaege-auf-Unterkuenfte-2016/!5367296/

3.10.16
Rostock
Ein Unbekannter beleidigt eine Frau rassistisch und greift sie an. Sie erleidet Verletzungen an der Hüfte.
LOBBI: Chronologie, online: https://lobbi-mv.de/such-ergebnisse-chronologie/

3.10.17
Berlin-Wilmersdorf
In der Nacht zum 3. Oktober 2017 werden zwei Gebäude in Wilmersdorf beschädigt: Am Nikolsburger Platz werden die Scheiben eines spanisch-deutschen Kinderladens eingeschmissen. 50 Meter entfernt werden die Scheiben des interkulturellen Begegnungszentrums Pangea-Haus eingeworfen. Die beiden verbindet ein interkultureller Ansatz. Am 3. Oktober 2017 als Nationalfeiertag kommt es immer wieder zu rassistisch motivierten Vorfällen.
https://berliner-register.de/vorfall/charlottenburg-wilmersdorf/rassistische-sachbeschädigung-wilmersdorf/10133

3.10.17
Jena
Zwei junge Männer werden gefragt, ob sie schwul seien. Anschließend wird ihnen ins Gesicht geschlagen.
Polizeibericht: Homophober Angriff in Jena, dokumentiert am 4.10.2017 auf https://www.queer.de/detail.php?article_id=29812

3.10.18
Würzburg
Unbekannte beschädigen die Gedenkstelle für die verfolgten und ermordeten jüdischen Geschäftsleute am Kaisergärtchen. Es entsteht ein Schaden von ca. 1000 Euro.
Antifaschistische Informations‑, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.: 3. Oktober 2018, online: https://www.aida-archiv.de/chronologie/3‑oktober-2018–02/

3.10.18
Chemnitz
Laut Angaben des Generalbundesanwalts plante die Neonazi-Gruppe „Revolution Chemnitz“ für den 3. Oktober 2018 Anschläge auf Vertreter:innen der politischen Parteien und des Establishments sowie auf Migrant:innen. Die Gruppe wird vorher verhaftet.
Gudula Geuther: Anschlag für den 3. Oktober geplant, 1.10.2018, online: https://www.deutschlandfunk.de/gruppe-revolution-chemnitz-anschlag-fuer-den-3-oktober.1783.de.html?dram:article_id=429517

3.10.19
Zwickau
Unbekannte sägen einen Baum ab, der in Gedenken an das NSU-Opfer Enver Şimşek gepflanzt worden war.
Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Was geht? Eins/20, S. 2.

3.10.19
Berlin-Tiergarten
Ein Mann zeigt zwei Männern der Sicherheitskontrolle zum Fest des Einheitstags den Hitlergruß, beleidigt sie rassistisch und greift sie an.
MBR und Apabiz (Hrsg.): Berliner Zustände 2019. Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, Juni 2020, online: https://rechtsaussen.berlin/files/2020/06/Berliner-Zustaende-2019.pdf

3.10.19
Neubrandenburg
Ein Mann aus Guinea-Bissau wird in einer Disko mit Absicht angerempelt. Kurz darauf nimmt ihn ein Security-Angestellter von der Tanzfläche beiseite und schlägt ihm mehrfach ins Gesicht.
LOBBI: Chronologie, online: https://lobbi-mv.de/such-ergebnisse-chronologie/

3.10.20
Berlin-Hohenschönhausen
In der Nacht vor einer Demonstration der Neonazi-Partei „Dritter Weg“ in Berlin-Hohenschönhausen wird ein Mann in der S‑Bahn von Lichtenberg nach Hohenschönhausen aus rassistischen Gründen beleidigt, geschlagen und getreten.
Register zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle in Berlin: Oktober 2020: Register-Auswertung – Der Aufmarsch des „3. Weg“ in Hohenschönhausen, online: https://www.berliner-register.de/artikel/lichtenberg/oktober-2020-register-auswertung-der-aufmarsch-des-%E2%80%9E3-weg%E2%80%9C-hohensch%C3%B6nhausen

3.10.20
München
Eine Frau und ihr Neffe werden an einer Bushaltestelle rassistisch beleidigt. Die Betroffene stellt die Täterin zur Rede und wird ins Gesicht geschlagen. Zwei Passant:innen ziehen die Täterin weg.
Antifaschistische Informations‑, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.: 3. Oktober 2020, online: https://www.aida-archiv.de/chronologie/3‑oktober-2020/

3.10.20
Marbach
Ein Wohnhaus, eine Polizeiwache und eine Kirche werden mit Molotow-Cocktails angegriffen, wodurch acht Menschen verletzt werden. Der Täter habe zwar rassistische Parolen gerufen. Dennoch geht die Polizei von einem „psychischen Ausnahmezustand“ aus und schließt ein rassistisches Tatmotiv aus.
Carina Book: Brennpunkt Deutschland, in: ak 664, 20.10.2020, online: https://www.akweb.de/ausgaben/664/brennpunkt-deutschland-rechte-brandanschlaege/

3.10.20
Hamburg
Ein militärisch gekleideter Mann mit einem Zettel mit einem Hakenkreuz in der Tasche greift einen jüdischen Studenten vor der Synagoge mit einem Spaten an und verletzt ihn schwer am Kopf.
Pitt von Bebenburg: Seit Hanau hat die Bedrohung durch rechten Terror zugenommen, in: Frankfurter Rundschau, 20.2.2021, online: https://www.fr.de/politik/hanau-rassistischer-anschlag-rechte-gewalt-nimmt-kein-ende-faelle-seit-februar-2020–90211585.html